Rückblick "Vom Getriebenen zum Gestaltenden" - Symposium für kirchliche Führungskräfte

Selbstführung und innere Haltung für Führungskräfte in Kirche, Caritas und Diakonie

29.–30.06.2026, Erfurt

 

Erstmals beteiligte sich die Katholische Arbeitsstelle für missionarische Pastoral als Mitveranstalterin an den traditionell im Erfurter Augustinerkloster stattfindenden Symposien für Führungskräfte in Kirche, Caritas und Diakonie. Mitveranstalter waren drei evangelische Player: die Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen, die Akademie für Kirche und Diakonie (akd) und der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA). Thema des zweitägigen Symposions waren die im Führungsalltag leitenden Werte und die Stärkung von Resilienz und Führungswirksamkeit. 

Obwohl die Führungsforschung das Modell der Führung durch den starken Mann („Great-Man-Theory“) schon lange hinter sich gelassen hat, hält sich die Vorstellung von der heroischen Führungskraft (die im Zweifel dann auch die Funktion des Sündenbocks übernimmt) in der Praxis recht beharrlich. Das in Organisationen versammelte Wissen ist aber zu wertvoll, um es nicht zusammenzubringen zur Erreichung der Organisationsziele. Erst langsam wird ein systemorientiertes Verständnis stärker, das Führung als Spezialfunktion an der Grenze zwischen Umwelt und Organisation sieht. 

Michael Groß, Vorstandssprecher des Caritasverbands Nürnberger Land, thematisierte Religion und Spiritualität als Kraftquelle für Führungskräfte. Unter Rückgriff auf Meister Eckhardt und Hartmut Rosa verstand er Spiritualität als Verbundensein mit dem anderen als den innersten Kern, das „innerste Pünktlein“ in der Sozialen Arbeit und somit auch für das diakonische Engagement und für die diakonischen Organisationen als Ganze. Reflexionen des emeritierten Berliner Bischofs Markus Dröge und aus dem Insolvenzverfahren der Pfeifferschen Stiftungen, Magdeburg (Ulrike Petermann) zeigten, wie Resilienz im konkreten Führungsverhalten gestärkt werden kann. 

Die von den Teilnehmenden insgesamt sehr positiv bewertete Tagung ließ neben den Impulsen der Vortragenden auch viel Raum für den Austausch in kleineren Gruppen, um das Gehörte durchzuarbeiten und auf den eigenen Arbeitsalltag zu applizieren. 

Tobias Kläden