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Neopagane Strömungen im deutschsprachigen Raum

Österreichisch-deutsche Tagung der Weltanschauungsreferenten

Neopaganismus – Neuheidentum – stand auf dem Programm der Frühjahrstagung der katholischen Weltanschauungsbeauftragten: also das Bemühen von (bisher nur kleinen) Gruppen, die religiöse Lebenswelt vorchristlicher, heidnischer Völker (Germanen, Kelten etc.) aufzugreifen und wiederzubeleben.
Das Besondere an dieser Tagung vom 16. bis 18. April 2012: Sie verband die österreichische und die deutsche Frühjahrstagung zu einem gemeinsamen Treffen. Das direkt an der Grenze gelegene Salzburg bot den geeigneten Ort zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch über länderübergreifende Projekte und neue Entwicklungen.
Gerade auch im Bereich des Neuheidentums hat sich die Szene in den letzten Jahrzehnten gründlich geändert: Die aus der völkischen Tradition stammenden Gruppen existieren zwar weiterhin; das Spektrum hat sich aber deutlich erweitert hin zu Vereinigungen, die sich von rassischem und rechtem Denken abgrenzen und eine neue, esoterisch geprägte, naturverbundene Gemeinschaftserfahrung und Spiritualität anstreben. Einen Überblick über das neuheidnische Spektrum und dessen aktuelle Tendenzen gab der Soziologe Dr. René Gründer: Er beobachtet z. B., dass in der Szene derzeit die dort verbreitete Christentumskritik gegenüber islamophoben Tendenzen zurücktritt.
Grundlegend nicht nur für Außenstehende, sondern auch für die Anhänger selber ist die Frage nach den Quellen neuheidnischer Religiosität und Ethik. Mit der Christianisierung kam es zu einem Traditionsabbruch, und die neuheidnischen Lehren, Praktiken und Rituale tragen deutlich den Charakter der Rekonstruktion auf der Basis dürftiger Quellen: Eine Thematik unter vielen in dem Gespräch, das die Tagungsteilnehmer mit Till Grohmann vom Verein für Germanisches Heidentum führten.
Einen Kontrastpunkt zum restlichen Tagungsprogramm setzte der Besuch des Keltenmuseums im nahen Hallein: Der harte Lebensalltag der Kelten, die dort einst Salz abbauten, passt nicht recht zur romantischen Vergangenheitsverklärung in der neuheidnischen Szene. Freilich führte im Anschluss der Weg die Teilnehmer in die durchaus romantisch zu nennende Altstadt von Salzburg, wo neben einer Domführung eine Begegnung mit Erzbischof Dr. Alois Kothgasser auf dem Programm stand.



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