21/2011
Seelsorgeamtsleitungen beschäftigen sich mit Internetseelsorge
Auf ihrer Konferenz haben sich die deutschsprachigen Leitungen der Seelsorgeämter der Bistümer in Regenstauf bei Regensburg mit dem Thema Internetseelsorge auseinander gesetzt. Jürgen Pelzer, Theologe und Medienpädagoge an der Universität Frankfurt, stellte die Bedeutung der Weiterentwicklung des Internets für das pastorale Engagement der Kirche heraus. Während das Web 1.0 hauptsächlich Informationen miteinander verlinke, verknüpfe das Web 2.0 vor allem Personen. Immer mehr junge Menschen gestalten nicht nur ihr Informations-, sondern auch ihr Identitäts-, und Beziehungsmanagement mit Hilfe des Internets. So seien die Anwendungen der social media wie facebook, twitter, VZ-Netzwerke und blogs eigentlich kompatibel mit ur-christlichen Themen, der Findung der eigenen Identität und der Gestaltung von Gemeinschaft. Pelzer nahm die Botschaften des Papstes zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel auf, indem er ausführte, dass es einen christlichen Stil der Präsenz in der digitalen Welt gebe. Er verwirkliche sich in einer Form aufrichtiger und offener, verantwortungvoller und dem anderen gegenüber respektvollen Kommunikation. So könne im Internet auch christliches Zeugnis abgelegt werden hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird.
Andrea Imbsweiler, Referentin für Glaubensinformation und Online-Beratung in der Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) in Erfurt, stellte innovative Internetseelsorgeangebote vor, um den Raum dessen zu erschließen, was im Netz möglich ist. Das Spektrum reicht von qualifizierter Mail-Beratung und Gesprächskontakten über Gottesdienste und Gebet im Netz bis hin zu Internetexerzitien, Trauerchats, Glaubensinformationen und katechetischen Filmen. Imbsweiler differenzierte die Angebote nach den Gruppen Beratung/Seelsorge, Glaubensinformation/-kommunikation, Liturgie/Gebet sowie Spiritualität/geistliche Impulse.
Nicht jedes Bistum muss das gleiche Angebot machen, da das Netz über die Grenzen von Bistümern, ja Nationen hinausgreift. Hier kommen Koordinierung und Bündelung ins Spiel, die von der Arbeitsstelle in Erfurt geleistet wird. So ergeben sich Arbeitsteiligkeit und Kooperationen der Bistümer bei Angeboten im Netz. Die Arbeitsstelle KAMP erarbeitet derzeit eine Plattform im Internet, auf der die Angebote der katholischen Kirche in Deutschland gebündelt und kommentiert dargeboten werden können. Gleichzeitig bleibt Raum für neue Ideen, die gemeinsam entwickelt werden können. Dazu ist es jedoch notwendig, so Hubertus Schönemann, der Leiter der Arbeitsstelle, dass die Angebote im Bereich eines Bistums auf Bistumsebene durch eine/n Beauftragten zusammengefasst werden.
Ein Beitrag des Bistums Regensburg zum Studientag findet sich hier.


