Ökumenischer Verhaltenskodex zur Mission verabschiedet
Am 28.06.2011 haben der Ökumenische Rat der Kirchen, der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog und die weltweite evangelische Allianz ein Papier mit dem Titel "Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt. Empfehlungen für einen Verhaltenskodex" verabschiedet. Die drei Institutionen vertreten ca. 90 % der weltweit etwa 2,2 Milliarden Christen.
Mission als Zeugnis vom Gott Jesu Christi im Sprechen und im Leben gehört nach dem Dokument zum Wesen der Kirche, Christen werden zur Vertiefung und Profilierung ihres eigenen Glaubens und zum Zeugnis ermutigt. Sie distanzieren sich jedoch von allen Formen von List, Zwang, Gewalt oder Ausnutzung von Notlagen, um den christlichen Glauben zu "verbreiten".
Insbesondere spricht das Dokument in interreligiöse Zusammenhänge hinein und fordert dazu auf, in Achtung und Respekt vor der jeweiligen anderen religiösen Überzeugung im Dialog zu bleiben und gemeinsam zugunsten einer besseren Welt zusammenzuarbeiten. Angesichts von Diskriminierungen und Verfolgungen in diversen Staaten werden Regierungen aufgefordert, für alle Religionen in ihren Ländern Religions- und Glaubensfreiheit zu garantieren.
Die Erklärung ist ein Schritt auf einem gemeinsamen Weg der Verständigung der christlichen Kirchen und hat somit eine hohe ökumenische wie auch interreligiöse Bedeutung. Für den Bereich der römisch-katholischen Kirche kann auf die Erklärungen des II. Vatikanischen Konzils zur Religions- und Gewissenfreiheit (Dignitatis Humanae), zum Ökumenismus (Unitatis Redintegratio) sowie zum Verhältnis zu den nicht-christlichen Religionen (Nostra Aetate) hingewiesen werden.


